Ich war ein paar Tage weg, da ich den Schock meines Lebens erfahren habe. Man stelle sich vor, am hellichten Tage bebt die eigene Haustür, man erschreckt und hört sich an, was da auf dem Flur vor sich geht, weil man keinen Spion hat. Dann hört man "die andere Seite, da sind die Scharniere", die Tür bebt weiter.
Was würdet Ihr tun? In Erfahrung bringen, was dort vor sich geht? Kein Spion. Die Tür öffnen, die bebt, wobei ihr allein in der Wohnung seid und aufgrund der Gespräche auf dem Flur wisst, dass dort mehrere Personen sind - die noch dazu aggressiv vorgehen ... am hellichten Tage.
Bemerkbar machen, um abzuschrecken, weil sich in der Wohnung noch jemand befindet?
(Da sind mehrere, die am hellichten Tage gegen die Wohnungstür gewaltsam vorrücken.)
Rückzug, Flucht? Aus dem ersten Stock - Altbau - zwar möglich, aber nicht schmerzlos - und so schnell kriegt man die Leiter nicht aus dem Fenster und schon gar nicht sicher auf den Boden gestellt.
Also bleibt nur Bewaffnung, Rückzug und Polizeianruf ... wobei der locker 10 Sekunden tutete - eine Ewigkeit.
Drei Minuten später werde ich zurückgerufen von der Polizei. "haben Sie schon mal rausgesehen?" "Ich bin allein und dort sind mehrere, natürlich nicht!" ... falscher Alarm. Die Polizei rückte gegen meinen direkten Wohnungsnachbarn vor und drang gewaltsam in dessen Wohnung ein, BTM-Delikt.
Aber bei dem Altbau merke ich auch, wenn jemand am völlig anderen Ende des Flurs oder gar unten die Haustür zufallen lässt ... und mein direkter Nachbar hat seine Tür keinen Meter und 90° neben meiner.
Danach war ich Zeuge bei der Wohnungsdurchsuchung. Nicht nur aus Neugier, sondern auch, weil ich da die ganze Zeit in Gesellschaft von bewaffneten Polizisten war, die meinen Schock ein wenig lindern konnten. Die Schnuckel dabei empfand ich als nur geringe Entschädigung.
Und was einem da für Gedanken durch den Kopf gehen, wenn man Ähnlichkeiten entdeckt (z.B. Honig und Gewürzregal, Duftspender, Dekorationselemente etc.) und welche Erinnerungen einem dabei hochkommen, ist nochmal ganz anders.
Wie gesagt: Es war der Schock meines Lebens.